Pferde­fest-Story

Pferdefest Totem

Die Liebe des Pferdepunks zum Pferdefest

Warum heißt das Pferdefest eigentlich Pferdefest? Hat das was mit Pferden zu tun? Was ist ein Pferdepunk? Dies sind oftmals die ersten Fragen, wenn man vom Pferdefest hört.

Das Pferdefest wird von einer undefinierbaren, organisch gewachsenen Gruppe von Menschen organisiert. Jede*r darf mitmachen, jede*r ist eingeladen – die Freude am Machen verbindet die Menschen und spiegelt den offenen Charakter des Pferdefestivals wider.

Musik und Programm

Charakteristisch für die musikalische Gestaltung ist die gelebte Genrefreiheit. Von House über Hip-Hop bis Punk ist alles vertreten. Das Pferdefest will nicht ausschließlich Rave, Pogo, Disco-Schwof oder Rockkonzert sein, auch wenn alles möglich ist. Die Vielfalt im Booking spiegelt die Zusammensetzung von Gästen und Vereinsmitgliedern wider. Wir möchten uns explizit anderen Subkulturen öffnen, was durch die sorgfältige Auswahl im jeweiligen Genre vielmals gelingt. Neben musikalischer Qualität ist für das Booking ein Mix aus positivem Mood, Tanzbarkeit und Bühnenperformance ausschlaggebend.

Die Einbindung von Menschen mit Behinderung ist dem Pferdefest seit jeher ein Anliegen. Inklusive Bands und Tanzgruppen bekommen bewusst die Primetime zur Verfügung gestellt. Die Gäste zahlen es zurück. Sie feiern die Bands ohne Ende und schenken einander Anerkennung und das Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Das musikalische Konzept hat sich über die Jahre gehalten, das Booking ist jedoch profilierter und internationaler geworden und hat das Pferdefest zu einer festen Größe in der Musikszene gemacht: Alice Phoebe Lou, Steam Down, Retrogott & Hulk Hodn, Shacke One, Hush Moss, Le Gros Tube, Egotronic, Spasm, Iorie, Cuthead, Chefdenker, Coma, Alec Troniq & Gabriel Vitel, Infidelix, die 8Bit/Gameboy-Ikone Meneo und viele weitere gaben sich die Ehre. Als einen besonderen Coup durften die Pferde feiern, dass die Hamburger Clubkoryphäe Erobique und die Punklegenden von Slime nacheinander auf der Hauptbühne standen. Zudem bietet das Pferdefest vielen Newcomer*innen eine Bühne.

Woher kommt der Name Pferdefest?

Abgeleitet ist dies von dem Wort Pferdepunk. Pferdepunk? Zur Erinnerung, wir befinden uns auf dem Land. Auch dort gibt es sowas wie subkulturelle Strömungen bei Jugendlichen. Punks, Emos, Skater, Hip Hopper usw.. Eine Gruppe Dorfpunks, bestens ausgestattet mit Nietengürtel, EMP-Shirt und Irokesenschnitt, ging weiter ihrem Sport aus Kindheitstagen nach und nahm gerne hoch zu Ross Ausritte durch die Ortsmitte vor. Die wohlklingende Bezeichnung "Pferdepunk" für sie wurde zum geflügelten Wort. Als dann der Name für das Festival gesucht wurde, der möglichst nicht cool klingen sollte, kam irgendjemand darauf: Pferdefest. Heute bezeichnen sich die Veranstalter*innen selbst als Pferdepunks: „Pferdepunk sein ist wie verliebt sein. Man spürt, wenn man es ist!“

Die Pferdepunks der ersten Stunde

Im Kern ein Freundeskreis, spüren immer mehr Menschen dieses Verliebtsein. Der gegründete gemeinnützige Kulturverein wächst. Niemand hat einen kommerziellen Eigennutzen, Orga und Ablauf erfolgen ehrenamtlich. Wachstum und Kommerzialisierung waren nie gewollt. Das verbindende Ziel ist die Verwirklichung der eigenen Vorstellung von einem Festival und alle Leute dazu einzuladen. Nicht, was am besten ankommt oder gerade im Trend ist, sondern worauf die Beteiligten Bock haben, wird umgesetzt.

© Michael Airy